Diese Internetseite richtet ihre Aufmerksamkeit besonders auf Informationen zum Sozialschutz des Mitgliedsstaates, der den EU Ratsvorsitz innehat.

Schwerpunkt Estland

MISSOC-Informationen über die soziale Sicherung in Estland

Organisation des sozialen Schutzes in Estland: MISSOC-Organigramm und Kurzbeschreibung (Stand 1. Juli 2016)

MISSOC-Leitfaden zur sozialen Sicherheit: Ihre Rechte der sozialen Sicherheit in Estland (Stand 1. Januar 2016)

Einige Links zu Webseiten über Sozialschutz in Estland

Ministerium für soziale Angelegenheiten (Englisch, Estnisch und Russisch)

Links zur EU-Präsidentschaft Estlands

Estnische EU-Ratspräsidentschaft 2017 (Englisch, Französisch, Deutsch und Estnisch)

www.events.estonia.ee Veranstaltungsprogramm 100 Jahre Republik Estland & Estnische EU-Ratspräsidentschaft

www.visitestonia.com und www.visittallinn.ee Offizielle Webseiten für Touristeninformationen

Interview mit Agne Nettan-Sepp, Leiterin Rentenpolitik, Abteilung Soziale Sicherheit , Estnisches Sozialministerium.

MISSOC: Können Sie uns etwas über die Schwerpunkte der estnischen Ratspräsidentschaft im Bezug auf Sozialpolitik sagen?

Agne: Die estnischen Schwerpunkte in der Sozialpolitik werden innerhalb des Schwerpunktthemas "Inklusives und nachhaltiges Europa" behandelt. Aus unserer Sicht zeigt sich ein inklusives und nachhaltiges Europa vor allem in der Förderung gleicher Chancen auf hochwertige Bildung, Beschäftigung, Zugang zu Dienstleistungen und Entwicklung von Fähigkeiten. Folglich sollten wir erneut prüfen, auf welche Art Europa den Menschen gleiche Chancen bietet, die in der ganzen EU leben und arbeiten möchten, um sicherzustellen, dass es wahre Stärke durch Vielfalt gibt. Wir müssen uns auch an die Veränderungen im Arbeitsmarkt und der Arbeitswelt anpassen. Die Förderung der Mobilität innerhalb der EU trägt auf jeden Fall zur Erweiterung der Optionen und Möglichkeiten der Bürger bei. Es ist zudem wichtig, dass alle Mitglieder unserer Gesellschaften, einschließlich diejenigen, die besondere Bedürfnisse haben, die gleichen Möglichkeiten erhalten, so weit als möglich unabhängig am täglichen Leben teilzunehmen. Aus diesen Gründen wird unser Schwerpunkt auf der Modernisierung der Regeln liegen, um die Arbeitskräftemobilität und Bewegungsfreiheit der Menschen zu fördern und sowohl gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft sicherzustellen als auch die Geschlechtertrennung anzugehen.

MISSOC: Spiegeln diese Schwerpunkte die größten sozialen Herausforderungen wider, mit denen Estland heute konfrontiert ist?

Agne: Wir zitieren sehr gerne Hemingway: "In jedem Hafen der Welt kann man mindestens zwei Esten finden." Seit Hemingways Tagen hat sich unsere Sehnsucht nach Mobilität nicht verringert - es ist sehr üblich, dass junge Leute während des Studiums einige Zeit im Ausland verbringen, viele entscheiden sich, ihre Arbeitserfahrung zu erweitern, in dem sie in anderen Mitgliedstaaten arbeiten. Als kleine Nation mit einem starken Verlangen nach unseren Wurzeln sehen wir dies nicht als Bedrohung, sondern als Chance, diese Menschen eines Tages wieder zu bekommen, bereichert durch erworbene Fähigkeiten und Erfahrungen. Aber wenn sie sich entscheiden, ins Ausland zu gehen und wiederzukehren, erwarten Menschen, dass es gerechte, verständliche und einfache Regeln gibt, die ihre Rechte schützen und erhalten.

MISSOC: Sind grundlegende Sozialreformen in Estland geplant oder eingeleitet?

Agne: Einige Reformen sind bereits eingeleitet oder stehen kurz davor. Dazu gehört die Arbeitsfähigkeits-Reform, bei der die Umsetzung schon begonnen hat. Die Regierung hat sich auch auf grundlegende Änderungen in der ersten Säule des Rentensystems geeinigt, die es auf eine stärker solidarische Grundlage stellen, zur Flexibilität der Rente beitragen und das Renteneintrittsalter mit der durchschnittlichen Lebenserwartung verknüpfen würde. Zusätzlich werden Änderungen im Elternleistungssystem geplant und diskutiert, um zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben beizutragen.

MISSOC: Können Sie uns etwas über andere Schwerpunkte sozialer Sicherheit der estnischen Ratspräsidentschaft sagen?

Agne: Im Bereich der sozialen Sicherheit ist einer unserer Schwerpunkte, die Diskussion des neuen Antrags zur Koordinierung der sozialen Sicherheit zu erleichtern, der für die Verbesserung und Förderung von Arbeitskräftemobilität und Bewegungsfreiheit der Menschen entscheidend ist. Wir sind der weiteren Diskussion des Vorgangs mit Höchstgeschwindigkeit sehr verpflichtet. Die Gespräche über die Langzeitpflege und den Kapiteln zu Familienleistungen werden ebenfalls aufgenommen.

Eine anderer wichtiger Vorgang auf unserem Tisch ist ein Vorschlag für eine Richtlinie zur Work-Life-Balance, die eng mit den Themen der sozialen Sicherheit zusammenhängt. Wir werden uns auf die ersten Gespräche über den Richtlinienentwurf im Rat der EU konzentrieren.

Verschiedene Maßnahmen in Mitgliedstaaten zum Ausgleich zwischen Arbeits- und Familienleben werden ebenfalls ein Diskussionsthema beim informellen Treffen der Minister für Arbeits- und Sozialpolitik der EU in Tallinn im Juli sein.

MISSOC: Vielen Dank.

Agne: Danke Ihnen und willkommen in Tallinn am 9.-10. November 2017!

 
AKTUELL

Juli 2017 - die MISSOC Tabellen sind nun auf dem Stand von Januar 2017 verfügbar.

Juli 2017 - Gespräch mit Agne Nettan-Sepp, Leiterin Rentenpolitik, Abteilung Soziale Sicherheit , Estnisches Sozialministerium.

Januar 2017 - die MISSOC Tabellen sind nun auf dem Stand von Juli 2016 verfügbar.

Nächste MISSOC-Netzwerktreffen - Tallinn (9.-10. November 2017)

Juli 2016 - die MISSOC Tabellen sind nun auf dem Stand von Januar 2016 verfügbar.